Prinzip & Ökologie
Im Jahr 1871 erhielt der Amerikaner Albert L. Jones ein Patent für seine Idee, Papierbahnen zu riffeln und damit eine größere Stabilität bei gleichem Materialaufwand zu erzielen. 1874 perfektionierte sein Landsmann Oliver Long diese Idee, indem er ein oder zwei glatte Papierbahnen auf die Wellbahn kleppte. Dieses neue Material war ideal dazu geeignet, den zu Beginn der Industrialisierung einsetzenden Bedarf an Verpackungsmitteln zu decken.

Nachhaltigkeit
Heute wird für die Wellen- und Innenbahnen des für die Möbel verwendeten Kartons Altpapier eingesetzt. Die Deckbahnen bestehen aus Frischfaserpapieren, die eine längere Lebensdauer aufweisen. Verklebt werden die Papierbahnen mit einem Stärkeleim aus Mais oder Kartoffeln. Die farbigen Oberflächen werden mit wasserlöslichen Lacken bedruckt. Dies geschieht vor der Wellkarton-Produktion. Naturbelassene wie auch farbige Wellkartons sind zu 100% wiederverwertbar und werden nach Gebrauch (wie die Abfälle der Produktion) einem eingespielten Recyclingprozess wieder zugeführt.

Philosophie
Der Falthocker  steht repräsentativ für alle Aspekte der Philosophie: ein kostengünstiger, industriell hergestellter Gebrauchsgegenstand, den jedermann für kleines Geld erwerben kann. Die spezifischen, statischen Eigenschaften der Wellpappe werden in Kombination mit einer ausgeklügelten, aber einfach verständlichen Faltkonstruktion optimal eingesetzt: Mit dem Rohstoffgewicht von nur 1kg wird eine bis zu 1000-fache Tragfähigkeit erreicht.
Von der Fläche zum Raum: Das simple Steck-und Faltprinzip schafft aus zwei flachen Zuschnitten einen Raumkörper:
Die Beschränkung auf die Funktion schafft ein Design-Objekt von zeitloser Ästhetik, das jedermann ohne Werkzeug und Maschinen aufrichten kann und mit geläufigen Mitteln nach eigenen Vorstellungen gestalten kann. Die Kartonmöbel sind im positiven Sinne provisorisch:
Sie müssen nicht 100 Jahre überdauern. Sie können nach Nutzung platzsparend gelagert und mehrfach wieder aufgebaut werden. Und man kann sich ohne Reue davon trennen: Das Material kann 100 % recycelt werden und wieder im Produktionskreislauf zu neuem Papier,  zu neuer Wellpappe und zu neuen Möbeln verwandelt werden.

Seite weiterempfehlen